Werners Corona-Blog

 

Corona infiltriert Schach – eine Chronologie

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Ende Februar 2020
Die Welt ist in Ordnung, Rosenmontag – Kamelle – Alaaf !!!!
Irgendwas ist da doch in China – naja, China ist weit …

1. März – ein Vorbote – wir sind betroffen!
Erste Warnungen kommen auf: Ältere Leute sind gefährdet.
Die Vierte spielt zu Hause gegen Horrem. Peter Kirst sagt kurzfristig ab. Er möchte keine Corona-Erkrankung riskieren. Da Horrem hoch favorisiert ist lassen wir Peters Brett 1 frei. Das hat Folgen: Der Verlauf des Wettkampfes wird äußerst knapp. Wegen des unbesetzten Brettes verlieren wir 11:12, mit Brettbesetzung hätten wir mindestens ein 12:12 remis.

Aus heutiger Sicht hat Peter absolut richtig gehandelt.

8. März – letzter normaler Spieltag
Die Bedrohung wird konkreter, Vorsicht wird angemahnt. Gebt euch keine Hände, hustet in die Armbeuge, wascht die Hände gründlich usw.

Die Zweite verliert gegen Lasker Köln, die Dritte remisiert in Brühl. Dabei gelang mir ein netter Sieg. Die Endspielbehandlung mit meinem entfernten Freibauer war für meinen Gegner ein böhmisches Dorf, ich aber hatte so etwas schon hundertmal bei Peter gesehen, daher eine leichte Fingerübung.

10. März – SJM-U10-Mannschaftsmeisterschaft abgesagt
Für Samstag, 14. März, ist die SJM-U10-Mannschaftsmeisterschaft in Wachtberg bei Bonn geplant.
Die Ereignisse nehmen Fahrt auf.
Am 10.März fragt der Organisator Tobias Niesel an, wer denn ein echtes Interesse daran hat, sich bei diesem Turnier für die NRW-Meisterschaft zu qualifizieren. 7 Mannschaften kommen in Frage, 5 Qualifikationsplätze sind vorhanden. Sollten weniger als 6 Mannschaften an der NRW- Meisterschaft teilnehmen wollen, dann soll das Wachtberger Turnier vorsichtshalber abgesagt werden, da dann ja alle interessierten Vereine automatisch qualifiziert wären. Noch bevor die teilnehmenden Vereine antworten können erhalten wir die Meldung: „Die Gemeinde Wachtberg hat jegliche Arten von Veranstaltungen abgesagt!“. Optimistisch schreibt Tobias Niesel: „Aus diesem Grund wird die Meisterschaft bis auf weiteres verschoben. Der Termin wird so schnell wie möglich gesucht und dann bekannt gegeben.“

10. März – Fußball ohne Zuschauer
Das Bundesligaspiel Mönchengladbach gegen Köln fand vor leeren Rängen statt. Das war recht öde, ohne Stimmung, einfach Käse.

11. März – Der Vorstand berät
Aufgrund dieser und anderer Ereignisse denkt der Vorstand darüber nach, ob und wie der Spielbetrieb beeinträchtigt ist. Noch ist man zuversichtlich, den für den 27. März terminierten Anfängerkurs abhalten zu können.

12. März – Absage des nächsten Spielabends
Der Vorstand sagt den Spielabend am 13.3. ab. Er deutet an, dass das möglicherweise noch nicht das Ende der Fahnenstange ist.

13. März – Einstellung des gesamten Spielbetriebs bis zum 1. Mai
Gesundheit geht vor! Der Vorstand beschließt, den gesamten Spielbetrieb vorerst bis zum 1. Mai einzustellen. Das bedeutet:

  • kein Anfängerkurs
  • kein Erftstadt-Cup
  • kein Jugenderlebnistag
  • Abbruch der laufenden Stadtmeisterschaft ohne Sieger
  • Abbruch des Vereinspokals ohne Sieger

17. März – Private Hilfen
Eine Nachbarin bietet an, für uns die Einkäufe mit zu erledigen. Schließlich seien wir aufgrund unseres Alters besonders gefährdet. Ich schlucke zunächst. Bin ich nun zum Pflegefall geworden? Aber je länger ich darüber nachdenke, umso mehr erkenne ich, dass es nicht nur um mich geht sondern auch um die Mitmenschen.

Der Mathematiker in mir erwacht:

  1. Kaufen sowohl unsere liebe Nachbarin als auch ich getrennt ein, dann hat es die Kassiererin im Supermarkt mit zwei Personen zu tun.
  2. Kauft die die Nachbarin auch für uns ein, dann sieht die Kassiererin nur eine Person.

Wir nehmen das Angebot der Nachbarin gerne an. Wozu doch ein Mathematik-Studium gut sein kann ...

Und abends um 21 Uhr gehen wir auf den Balkon und klatschen Beifall: Danke an alle Helfer, die das öffentliche Leben noch aufrecht erhalten: Pflegekräfte, VerkäuferInnen, Postboten, Müllwerker, Apotheker, ...

18. März – besorgniserregende Presseinformationen
Der Corona-Virus breitet sich mit exponentieller Geschwindigkeit aus – die Fallzahlen explodieren. Das erinnert mich frappierend an die berühmte Weizenkornlegende: Zunächst geht es recht überschaubar zu, doch plötzlich explodieren die Zahlen.

18. März - Turniere auf lichess
Der Schachverein bietet auf dem beliebten und kostenlosen Schachserver lichess Turniere für Mitglieder an, zunächst für freitags von 18 bis 20 Uhr.

Dazu muss man

  • bei lichess angemeldet sein (kostenlos)
  • dem Team „Schachverein Erftstadt“ beitreten
  • hier werden Turniere angeboten, an denen man teilnehmen kann

Das Freitagsturnier heißt aus mir unerfindlichen Gründen „Vaganyan Arena“. Hätte man da nicht einen Erftstadt-bozogenen Namen wählen können? Oder einfach – wie Insider vorschlagen – „Zum Schwan“?

 20. März - lichess-Turnier
20 Teilnehmer spielten 105 Partien. Insgesamt wurden 7.019 Züge ausgeführt. 54 % der Partien gewann Weiß, 37 % Schwarz und 9 % endeten remis.

Allgemein wurde das Turnier gelobt, die Turnierorganisation war vorbildlich. War schön, sich wieder mal zu „begegnen“. Allerdings kann diese Form ein Angesicht-zu-Angesicht-Turnier nicht gleichwertig ersetzen. Schach im Homeoffice.
Dennoch: Fluggs plant Pascal für Dienstags zwei neue Turniere ein: 18 – 20 Uhr Blitz, danach bis 22 Uhr Schnellschach.

 22. März - Kontaktsperre

 Gerade mal 4 Wochen her: Humba humba täterä – Umzüge, Menschengedränge, man kommt sich näher …

Und heute: Kontaktverbot. Mehr als 2 Leute dürfen nicht zusammenstehen, andernfalls bis zu 25.000 Euro Strafe. Man stelle sich vor, alle Teilnehmer des Kölner Rosenmontagszuges müssten 25.000 Euro zahlen...

Die Seuche überrollt uns. Tandem wäre teuer: 25.000 Euro

 

23. März – KSV im Merkel-Modus
Was macht eigentlich der Kölner Schachverband in der Krise? Übertriebene Hektik ist nicht zu erkennen, Frau Merkel lässt grüssen. Die Spieltage im März sind abgesagt, sollen am 3. Mai nachgeholt werden. Auch die Senioren-Blitz-Einzelmeisterschaft wird am 28.3. nicht stattfinden. Über die Mannschaftskämpfe am 26. April schweigt man sich aus. Ist man unschlüssig? Oder einfach nur träge? Oder optimistisch? Genaueres weiß man nicht.

Möglicherweise versucht man, im Thinktank-Modus kreative Lösungen auszuloten. Spieler durch eine Plexiglasvorrichtung, volkstümlich Spuckschutz genannt, trennen. So wie es viele Apotheken machen und auch viele Kassiererinnen im Supermarkt. Das würde aber nur ein Problem von vielen lösen. Wo und wie sollen sich Mannschaften zu Auswärtsspielen treffen? Da können ja nicht einfach 8 nicht-verwandte Leute zusammenstehen, Stichwort Kontaktsperre. Wie soll zum Gastgeber gefahren werden? Maximal 2 Personen dürfen im Auto sitzen, mit 1,5 oder besser 2 Meter Abstand. Oder 8 Einzelfahrten. Hmm …
Im Spielsaal könnte man auch so spielen wie es bisher schon geschah, wenn jemand mit Sehschwäche beteiligt war. Beide spielen auf einem eigenen Brett und rufen sich die Züge zu. Aber bitte mit 2 Meter Abstand! Zudem die Paarungen so weit auseinandersetzen, dass nicht der Eindruck entsteht, dass sich hier mehr als 2 Personen gruppiert haben. Eine Turnhalle wäre dazu wohl geeignet. - Jetzt gehen aber die Gäule mir mir durch...
Der KSV könnte es aber auch einfach machen und so halten wie ich: Erst wenn die Bundesliga-Fußballer vor mindestens halbvollen Rängen spielen bin ich bereit, mich ans Brett zu setzen. Vorher nicht. Egal was der KSV vorgibt.

24. März – Hat das auch mal ein Ende?
Die Ausbreitung des Virus gleicht einem Schneeballsystem. Geht man davon aus, dass ein Genesener immun ist, dann gehen dem Virus irgendwann die „Kunden“ aus, es versandet. Das ist die Hoffnung. Aber wie lange das dauert?

Gestern abend bei Anne Will. Mehrere Zuschauerfragen der Art „kann ich in meiner Privatwohnung mit Freunden feiern?“ ohne gegen das Kontaktsperre-Gesetz zu verstoßen. Ich glaub es nicht, viele haben den Kern des Problems noch nicht kapiert. Schlimm genug, dass sie sich selbst gefährden, noch schlimmer, dass sie danach die Viren weitertragen … Genauso gut könnten sie auch überlegen, ob sie gegen Gesetze verstoßen, wenn sie durch den Rhein schwimmen. Die sind vom Hahn gehackt.

Rundschreiben von unserem Vorstand: Erftstadt-Cup und Jugenderlebnistag endgültig abgesagt. Schlechte Nachrichten, aber: Gut gemacht Vorstand!

Heute abend wieder lichess-Turniere, 18 Uhr Blitz, 20 Uhr Schnellschach. Gute Nachrichten, auch gut gemacht Vorstand!

26. März – Kandidatenturnier unter- oder abgebrochen
Die FIDE unterbricht das Kandidatenturnier in Jekaterinburg nach der 7. Runde, weil Russland ab dem 27.3. den Flugverkehr einstellt und die Spieler doch noch nach Hause kommen sollen. Vielleicht wird es später fortgesetzt, man weiß es noch nicht.

Eine zweite Nachbarin bietet an, für uns Einkäufe zu erledigen. Toll, diese Hilfsbereitschaft. Wie nehmen gerne an. Als sie die eingekauften Sachen bringt danke ich höflich und sage, dass ich mich an diesen Service gewöhnen könne, auch nach der Krise. Sie antwortet mit einer scheibenwischerartigen Handbewegung.

27. März – Leute freuen sich
Herrliches Wetter, Sonne scheint, ist recht warm. Spaziergang unternommen: Durch die Parkstrasse, durch den Schlosspark, weiter beim Schwan vorbei Richtung Friedhof. Plötzlich viele Leute mit strahlendem Gesicht. Kommen aus dem Aldi, haben Klopapier.

Das neue offizielle „Online“-Vereinsheim kann mit unserem alten gemauerten Vereinsheim nicht ganz mithalten: Bei ca. 80.000 Spielern ist der lichess-Server überlastet, unser 18 Uhr-Turnier leidet darunter. Aber wir nehmen es mit Humor, freuen uns, dass wir uns „sehen“, chatten ein wenig. Beim 20 Uhr-Turnier läuft es recht geschmeidig.

28. März - Geduld ist gefragt
Die Kontaktsperre soll mindestens bis 20. 4. bleiben. Keine schönen Aussichten, ist aber wohl alternativlos.

29. März – Die Leiden des armen Pressewarts
Auch die Pressearbeit leidet. Ich möchte etwas veröffentlichen, aber der Kölner Stadtanzeiger setzt nun – verständlich – andere Prioritäten. Sonntagspost und Werbepost stellen vorerst das Erscheinen ein. Klar, wer will schon groß werben, wenn sein Geschäft geschlossen hat. Da nach mehr als 1 Woche mein Meisterwerk nicht erscheint platziere ich mein Opus auf den Webseiten von Meine Rheinische Anzeigenblätter und unserort.de.

Zitat einer Bekannten aus einem Judoklub… ihr Schachspieler habt tatsächlich den tollen Vorteil, dass man auch übers Internet spielen kann. Bei uns im Judo-Verein ist dagegen leider auch gerade "Corona-Eiszeit" 

30. März – Nichts bleibt uns erspart
Schlimm genug, dass wir keine Mannschaftskämpfe mehr austragen können, konnten an solchen Spieltagen unsere Ehepartner doch mal entspannt durchatmen. Aber nun kommt es noch dicker: Die Lindenstraße kommt nicht mehr. Sie gab dem Sonntag eine gewisse Struktur. Alles geht den Bach runter … Mutti Angela in Quarantäne, Mutter Beimer weg, wie soll das nur weitergehen?

31. März – Das schlägt dem Fass den Boden
Kennt jemand Adolf „Adi“ Dassler? Nein? Kein Wunder, ist bereits 1978 verstorben. adi dassler würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er wüsste, dass sich die von ihm gegründete Weltfirma fett an mehreren Milliarden Euro Vorjahresgewinn erfreut und nun die Krise ungeniert nutzt und keine Miete mehr zahlen will. Ratet mal, welche Schuhe ich mir nie mehr kaufen werde.

Freue mich schon auf heute abend auf unsere virtuellen Schachturniere.

1. April – Kasernenfußball in England?

Durch die besonderen Beziehungen des Schachvereins zur weltweit bekannten Hygienefirma lirpA ist es gelungen, 2 Paletten Klopapier zu organisieren.
Ausgabe: Heute, 11.11. bis 12 Uhr am Bürgerplatz Liblar. Die Ausgabe erfolgt ausschliesslich an Vereinsmitglieder, max. 1 Päckchen pro Person.
Atemschutz und ausreichender Abstand ist zwingend erforderlich!!!

 

In England denkt man darüber nach, die Premier League ohne Zuschauer kompakt wie eine WM weiterzuspielen. Spieler, Betreuer, Kameraleute und Mediziner sollen einschließlich einer eigenen „Privatklinik“ in einer kasernenartigen Konstruktion untergebracht werden. Allerdings frage ich mich: Wozu braucht man Ärzte und Kliniken, wenn die Spieler stets 2 Meter Abstand zueinander haben? Klar, da kann einer mal ungeschickt auftreten und dabei umknicken, aber sonst?

Und was ist mit dem Fußball in Deutschland? Bis zum 30.4. nichts, null, nada. Danach vielleicht Geisterspiele.

Im Tischtennis wird die Saison für alle Vereine unterhalb der Bundesliga abgebrochen. Die Tabelle vom 13. März ist zugleich die Abschlusstabelle. Die Mannschaften, die sich hier auf den Auf- und Abstiegsplätzen befinden steigen auf bzw. ab. Für die Bundesliga wird noch separat entschieden.

2. April – alle waren auf Zack
Die Klopapiergeschichte von gestern war natürlich der Versuch eines Aprilscherzes. Außer mir – als Beobachter - ist niemand erschienen. Entweder hat jeder genug Klopapier oder – clever wie Schachspieler nun mal sind – hat jeder diesen sprichwörtlichen Scheiß durchschaut.
Damit ist die Geschichte allerdings noch nicht beendet. Da wollte doch jemand – nennen wir ihn aus Datenschutzgründen mal J.H. - den Spieß umdrehen und schrieb:


„der Aprilscherz ist etwas schief gelaufen. Am Bürgerplatz steht eine Mutter mit ihrem Sohn (Name kenne ich nicht, aber vom Sehen weiß ich, dass der Junge bei uns spielt) und wartet auf Klopapier. Habe mich nicht getraut, sie anzusprechen. Kannst Du helfen? „

Da die mail nach 12 Uhr, also nach Klopapier-Ende, ankam, dachte ich mir „Holzauge sei wachsam“ und bin auf dem Sofa liegen geblieben. „Gut gebrüllt, Löwe!“ hatte unser unvergessener Helmut Nerstheimer solche Konter oft kommentiert.

Der Vorstand denkt in regelmäßigen Abständen darüber nach, wie die Situation zu beurteilen sei und was (nicht) zu tun ist. Heute bestätigt er nochmals seinen vor 14 Tagen gefassten Beschluss: Der April ist für uns alle mit Ausnahme der lichess-Turniere mausetot. Man wartet nun auf den 19. April, solange gilt ja die von der Regierung verordnete Kontaktsperre, und analysiert dann die neuen Beschlüsse von Merkel & Co. Und denkt dann darüber nach, was das für unser Schachleben bedeutet. Oberste Priorität hat die Gesundheit aller Mitglieder.
Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Man staunt: CSU-Chef Söder und SPD-Vizekanzler Scholz treffen sich in München und geben sich wie ein Herz und eine Seele, jedenfalls in Bezug auf die Corona-Krise. Mich überrascht das allerdings nicht übermäßig: Ein gemeinsamer Feind kann durchaus die größten Streithähne zusammenschweissen. Kann man auch schon mal bei Kindern beobachten: Streiten sich zwei Geschwister, nähert sich dann der blöde Nachbarsjunge, ratzfatz sind sich die Geschwister einig. Man sieht, so eine ekelige Corana-Krise kann auch positive Nebeneffekte ans Licht bringen.
Erinnert sich noch jemand daran, als vor ein paar Jahren Frau Merkel und Herr Seehofer wegen des Begriffs „Obergrenze“ ein beispielloses Affentheater veranstalteten?

3. April – Stell dir vor es ist Schach, und keiner geht hin …
Der KSV duckt sich weiterhin weg, schweigt einfach. Kein Wort zum Spieltag am 26. 4. Merkwürdig, was denken die sich denn dabei? Allerdings, bei Lichte besehen, ist es eigentlich ohne Belang, wie der KSV sich zum 26.4. positioniert. Letztlich wird jeder einzelne für sich entscheiden, ob er sich ans Brett setzt oder nicht.
Auch wenn ich mich nun wiederhole: Erst wenn die Bundesliga-Fußballer vor mindestens halbvollen Rängen spielen bin ich bereit, mich ans Brett zu setzen. Vorher nicht. Egal was der KSV vorgibt.

Auch für das KKS-Osterturnier vom 17.4. bis 19.4. sehe ich keine Absage.

Da lobe ich doch das verantwortungsbewusste Verhalten unserer Brühler Schachfreunde: BSK bleibt vorerst geschlossen.

Heute abend ist Schach, und ich gehe hin. Ich werde Bildschirm und Maus desinfizieren, um niemanden zu gefährden – und dann Spaß haben, selbst wenn die anderen mich wie beim letzten mal humorlos und gemein verprügeln.

Neues vom Tischtennis: Die Damen-Bundesliga wird auch abgebrochen, über die Herren-Bundesliga wird noch entschieden. Vielleicht wundert sich der eine oder andere, warum ich immer wieder mal vom Tischtennis plaudere. Nun, in jungen Jahren war ich in der Lage, einen Schläger selbständig zu halten. Daher beobachte ich die TT-Szene weiterhin interessiert. Den Schläger habe ich allerdings Mitte der 1990er Jahre an den berühmten Nagel gehängt.

4. April – Ins rechte Licht gerückt
Tatsächlich kann man in diesen Tagen verzweifeln: Täglich steigt die Zahl der Infizierten mit beängstigender Geschwindigkeit, schaltest Du das Fernsehen ein, dann gibt es nur ein Thema, „Corona“. Eine Sondersendung jagt die nächste. Allein von diesen Szenarien kann man leicht krank und depressiv werden.
Für mich habe ich mal folgende Betrachtung ersonnen. In Deutschland gibt es – stand 4.4. - 91.125 Infektionen. Das sind bei etwa 83 Millionen Einwohnern circa 0,1 Prozent der Bevölkerung. Es ist also 1 Person von 1000 infiziert. D.h. kaum jemand, dem ich im Alltag mit dem gebotenen Abstand begegne, ist infiziert. Klingt für mich beruhigend. Auch das Wachstum ist für die Masse der Menschen nicht viel bedrohlicher, allerdings muss man sich um die medizinische Versorgung natürlich Gedanken machen.
Um nicht missverstanden zu werden: Ich will hier ausdrücklich nichts verharmlosen, die aktuellen Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen sind absolut notwendig!

Bei so viel Zahlenspielerei schwirrt dem einen oder anderen sicherlich der Kopf. Daher will ich mal versuchen, speziell für Schachspieler, das Ganze schachlich darzustellen.
Nehmen wir das letzte Brötchenturnier. 62 Mannschaften benötigten 124 Bretter mit insgesamt 3968 Figuren. Nun häufen sich die Reklamationen bei der Turnierleitung, bei einigen Figuren sei der grüne Filzuntersatz beschädigt. 4 Meldungen gehen ein, also sind etwa 0,1 Prozent aller Figuren beschädigt. Das geht natürlich gar nicht. Dieses Problem muss auf allerhöchster Ebene angegangen werden. Also bewaffnet sich unser Präsident J.S. mit Schere, Kleber und Ersatzfilz und repariert die 4 unbrauchbaren Figuren. Alles könnte nun in Ordnung sein, doch leider gingen bei der Turnierleitung inzwischen 6 neue Meldungen ein…. Um die vertrackte Situation zu lösen muss man also den Anstieg der „Neufälle“ stoppen, koste es was es wolle. Denn solange unbrauchbare Figuren im Umlauf sind ist das Turnier gestoppt.

 

Und schon trudeln erste Kommentare ein. J.H lässt seine Fantasie spielen:

Aber zu deinem Vergleich: Was wäre, wenn nicht vier relativ unwichtige Filzplättchen (machohaftes Synonym für jüngere Emanzen?), sondern 4 Könige (sprich „in Ehren ergraute Senioren“) betroffen wären?
Da stünde der Vorstand mit seiner Tube Leim schön blöd da, bevor er vier neue Könige beschafft hätte, ….

 Kann man so sehen.

5. April – Wohin soll ich mich wenden?
Sonntag, herrliches Wetter, die Natur lockt. Aber ach, Gastronomie tot, Ausflugsziele geschlossen, Einheimische dort wollen uns nicht .. „Wir bleiben zu Hause“ heißt es allerorten, oder in leichter Abwandlung eines bekannten Rhönliedes: „Zieh aus die Wanderschuh ...“
Also was tun? An diesem Sonntag und im restlichen April?

Für wagemutige Schachspielerinnen und Schachspieler schafft der KSV Abhilfe:

  •   2.4., 20 Uhr: Offene Vereinsmeisterschaft – leider zu spät
  •  17.4. - 19.4.: KKS Osterturnier
  •  26.4.: Bezirksliga West
  •  16.5. - 24.5.: 100 Jahre KKS – täglich Turniere

Hey, da kommt keine Langeweile auf. KSV, wir danken dir!!! Da kommt man ja ganz außer Atem ...

Und auch der Schachverband Mittelrhein, liebevoll SVM genannt, möchte nicht riskieren, dass bei uns allen vor lauter Langeweile die Gewalt überbordet.

  • 18.4. 10 Uhr: Blitzmannschaftsmeisterschaft in Bergheim

Oups, ist das denn schon alles? Da gibt sich der KSV aber wirklich mehr Mühe mit uns.

 

Was wir Männer ja schon immer wussten: Frauen können clever und weitsichtig planen. Die 2. Frauen-Bundesliga ist ordnungsgemäß beendet, alle Partien sind gespielt. Bätschi, Corona, bätschi!!! (um mal Andrea Nahles zu zitieren). Diesbezüglich haben die Männer kläglich versagt. Wer ist eigentlich für die Terminplanung unserer Stadtmeisterschaft verantwortlich?

Schöne Überraschung gestern. Gerald freut sich, dass auf der Titelseite des Erftstadt-Anzeigers vom 3.4. ausführlich über uns und unser „Virtuelles Ausweichquartier“ berichtet wird. Das war ganz an mir vorbei gegangen, weil bei mir in Liblar seit einigen Wochen dieses Blatt nicht mehr zugestellt wird. Offensichtlich aber doch in Lechenich. Alphons fotografierte die Seite, und nun steht der Bericht auf unserer Homepage. Verwirrend das Ganze, normalerweise erscheint nämlich der Erftstadt-Anzeiger mittwochs, diese Ausgabe aber wurde seit vorgestern, Freitag, verteilt. Habe nun doch ein Exemplar aus dem Nachbarhaus ergattert.

Sehe gerade: Auf lichess sind ja auch unsere Kinder und Jugendlichen aktiv: SV Erftstadt Junior. Sehr gut, freut mich, wirklich toll.

6. April – Rückblick und Ausblick
Weitere Wortmeldungen zu meiner Corona-Statistik von vorgestern trudeln ein. Warum die Statistik für Deutschland und nicht einfach für Erftstadt, wo die Zahlen sogar noch besser aussehen? Nun, wir haben 26 Mitglieder, die außerhalb Erftstadt wohnen. Die wollen wir doch nicht einfach ausgrenzen, nichtwahr? Damit die arme Seele Ruhe hat will ich dennoch die Statistik für Erftstadt nachreichen. Von 52.704 Einwohnern sind – Stand heute – 25 erkrankt. Das 0,05 Prozent, also 1 Person von 1000. Adam Riese möge bitte nochmal nachrechnen.
Der Vollständigkeit halber: Neben den 108 Vereinsmitgliedern aus Erftstadt kommen 14 aus Nörvenich, 3 aus Köln, 3 aus Weilerswist, 2 aus Zülpich und je eines aus Hürth, Herzogenrath und Troisdorf. Wer Zeit und Lust hat möge doch die Statistiken für diese Orte nachreichen. Als Belohnung winkten pro Ort drei Pluspunkte. Auch ein Auseinanderklmüsern nach Erftstädter Stadtteilen wäre eine schöne Spielerei.

Ich betone hier nochmals: Die Zahlen sollen nichts verharmlosen. Die Krise ist ernst und auch ernst zu nehmen. Die Zahlen zeigen aber auch, dass wir nicht hinter jedem Nachbarn einen Erkrankten vermuten müssen. Darauf kommt es mir an.

Peter arbeitet derzeit intensiv am neuen Incognito, Ausgabe 48 steht an. Zwangsläufig muss hier mit einer guten Tradition gebrochen werden. In der Sommerausgabe zierte stets der neue Stadtmeister das Titelbild. Aber nun gibt es ja keinen solchen. Bin mal gespannt, was das bewährte Team Simone Ascher / Peter Kirst ausbrütet. Eine leere Titelseite wollen wir natürlich nicht sehen.

7. April – Der Meter
Abstand halten, 1,5 Meter, 2 Meter … Wie praktisch ist da doch ein Zollstock oder ein Meterband. Und wem haben wir diese Geräte zu verdanken? Richtig, den Franzosen. Sie definierten 1793, wie lang ein Meter ist, und 1795 stellten sie einen Stab aus Messing her, der genau 1 Meter lang ist. Daher begehen die Franzosen heute das 225-jährige Jubiläum des Meters. 1875 beschlossen 17 Länder, darunter auch Deutschland: „Das Ding soll unser Meter sein“. Nun frage ich mich aber, warum das Messgerät „Zollstock“ heißt, wäre „Meterstock“ nicht präziser? Man weiß es nicht, es ist so wie es ist. Ich kann damit leben. Aber bitte Abstand halten!

Einige meinten, dieser Blog sollte besser chronologisch rückwärts erscheinen, also das Neueste ganz oben. Aktuell müsse man nach unten scrollen bis der Arzt kommt. - Kinder, schaut doch mal genau hin. Ganz oben unter der Überschrift gibt es einen Link „Sprung zum letzten Eintrag unten“. Klickt man den an landet man unterhalb des letzten Eintrags, kleiner Scroll nach oben – da sind wir schon am gewünschten Ort. Diesen hilfreichen Sprungservice hat Kay dankenswerterweise eingerichtet.

8. April – Brühl wird 100
Kinder, wie die Zeit vergeht. Heute auf den Tag genau ist es gerade mal 1 Monat her, dass wir einen normalen Mannschaftskampf bestritten, in Brühl. Naja, fast normal. Nicht die Hand geben, in die Armbeuge husten, öfter mal die Hände waschen … Ansonsten aber alles wie sonst. Wir saßen uns am Brett gegenüber, von 2 Meter Abstand keine Spur, nicht mal 1,5 Meter. Und heute? Tote Hose aller Orten. Was hat sich nicht alles geändert.

Abseits der Bretter plauderten wir ein wenig mit dem Brühler Vorsitzenden Friedhelm Heuser. Er erwähnte, dass der Brühler Schachklub im Monat April 100 Jahre alt wird. Das sollte mit einem Jubiläumsturnier gefeiert werden. Schade, diese Turnier kann aus bekannten Gründen nicht statt finden.

Gegründet wurde der Brühler Schachklub am 25.4.1920 von 13 Mitarbeitern der Firma Rheinbraun. Heute hat der Verein laut offizieller DWZ-Liste etwa 134 Mitglieder, vergleichbar also mit dem SV Erftstadt.

Ich nutze die Gelegenheit, unserem befreundeten Schachverein Brühl zu diesem tollen Jubiläum zu gratulieren. Unser Vorsitzender wird den Brühler Schachfreunden noch persönliche Glückwünsche übermitteln.

Wir Erftstädter können diesbezüglich den Brühlern nicht das Wasser reichen. Erste Schachaktivitäten sind 1971 bekannt, also vor fast 50 Jahren. Der selbständige Schachverein Erftstadt besteht seit 1996, ist nach Adam Riese daher 24 Jahre alt. Kein Vergleich mit Brühl. Auch wenn wir heimlich diese beiden Werte addieren hilft das nicht wirklich weiter.

Um dennoch ein wenig die Nase vorn zu haben müssen wir die Sache mal aus einem anderen Blickwinkel analysieren. Die Stadt Erftstadt wurde 1969 gegründet, und schon 2 Jahre später gab es Schach. Dagegen ist Brühl bereits im 1. Jahrhundert in den Annalen erwähnt. Erst mehr als 1900 Jahre später wachten die Brühler Schachspieler auf. Liebe Brühler Freunde, da war ja bei euch 1900 Jahre lang schachlich tote Hose …

Brühl möge mir diese kleine augenzwinkernde Albernheit verzeihen.

Brühl ist allerdings nicht der älteste Verein im KSV, siehe etwa Lasker Köln 1861.

 

 

--  wird fortgesetzt -- will be continued --

 

 

50 Jahre Stadt Erftstadt

50 Jahre Erftstadt – 48 Jahre Schach in Erftstadt - 23 Jahre Schachverein


Stadtfest am 06.-07.Juli 2019

Es war ein holpriger Start zum Bürgerfest anlässlich des 50jährigen Stadtjubiläums. Allein drei Vorbereitungstreffen besuchten Peter bzw. Henrik und ich und ein konkreter Fortschritt im Detail war nicht immer zu erkennen. Veranstaltungsort war der Ortsausgang Lechenich bis zum Park & Ride Platz, also mehr ein Lechenicher Stadtfest.
Für unseren Schachverein war es eine klare Verpflichtung vertreten zu sein, auch wenn sich die Standbesetzung für zwei volle Tage als Herausforderung darstellte. Zunächst hatten wir Glück mit unserem Standort „am Baum 1“ BonnerStr./Ortsausgang Lechenich. So konnten wir fast mühelos Pavillon und Bierzeltgarnituren am Samstagmorgen anliefern. René Nett und sein Vater haben netterweise bei An- und Abbau geholfen (der Kalauer muss erlaubt sein). Ab 10:00 Uhr saß ich ziemlich allein an unseren Stand und es tat sich …… nichts: zum einen ist Samstag der Einkaufstag, außerdem war das Sommerwetter fast schon zu gut für Spaziergänge unter freiem Himmel. Das besserte sich erst um die Mittagszeit als Julian und Alphons die Standbetreuung übernahmen. Auffallend blieb, dass die Bank innerhalb des Pavillons dank Sonnenschutz begehrter war als die Außenplätze. Am Abend mussten wir bei aufkommendem Wind kurzfristig umdisponieren und das Dach und unser Spielmaterial über Nacht sichern. Dafür entschädigte der Sonntag mit herrlichem Wetter und viel Besuch an unserem Stand. Neben einigen alten Bekannten waren auch Jung und Alt an potentiellen (Neu-)Mitgliedern vertreten. Jetzt waren Pascal und Philipp die Hauptansprechpartner. Als am Spätnachmittag die ersten Stände schon abräumten, wurden wir förmlich umringt von Interessenten, so dass wir gegen 20:00 Uhr die letzten Spieler fast herauskomplimentieren mussten. Immerhin, geht es nach dem Verbrauch unserer neuen Kulis mit Webadresse, wird das Aktionswochenende ein voller Erfolg für unseren Verein.
Und entgegen anderweitigen Befürchtungen klappte die Organisation seitens der Stadt ausgezeichnet.

Gerald Kirste

 

Anmerkung der Redaktion: Untenstehende Bilder zeigen, dass die Standbetreuung doch besser war als Gerald's etwas pessimistische Schilderung.

 

Stand1 20190707 114943 HP
Anja Späth, Peter Kirst, Kay Grothues-Lay, Pascal Berkle [Foto: Werner Rost]

 


Stand2 20190707 120857 HP
Besucherin Hiltrud Rost mit Alphons Schiffer [Foto: Werner Rost]

Stand3 20190707 151949 HP
Melanie Sander, Manuel Sander, Jan Schmitz (Vater von Constantin) [Foto: Werner Rost]
Stand4 20190707 151958 HP
Philipp Kossack, Frau Zhang mit Sohn Constantin [Foto: Werner Rost]
Stand5 20190707 120944 HP
Im Hintergrund Werner Baumgarten und Besucher [Foto: Werner Rost]

 

 

 

Sommerfest 2018

In diesem Jahr feiern die Schachspieler Erftstadts ihr traditionelles Sommerfest am

 

Samstag, den 07. Juli 2018 ab 14:00 Uhr

im Pfarrzentrum St. Kilian in Lechenich

 

zu dem wir Euch und Eure Familie herzlich einladen.

Wie gewohnt wird wieder für das leibliche Wohl gesorgt. Beginnen werden wir mit Kaffee und Kuchen. Ab ca. 17:00 Uhr werden Bratwürstchen, Steaks und andere Leckereien vom Grill sowie verschiedene Salate angeboten.

Aber natürlich wollen wir nicht nur das Essen und Trinken genießen. Unsere Kinder- und Jugendabteilung wird insbesondere für unsere jüngeren Schachfreunde ein kleines Programm mit verschiedenen Spielen vorbereiten. Und auch die Älteren werden sich sicher gut unterhalten.

Um ca. 14:30 (Jugend-und Schülerstadtmeisterschaften, Schulschacheinzelmeisterschaft) und (Stadtmeisterschaft, Doris&Helmut-Schlich-Schnellschachturnier Erwachsene) werden dann die anstehenden Siegerehrungen vorgenommen.

Wir bitten um einen Beitrag von 6,00 € für Erwachsene, 4,00 € für Jugendliche bzw. 12,00 € für Familien, der mit Eurer Zusage zum Fest zu zahlen ist. Gerne könnt Ihr aber auch als Ersatz oder Ergänzung einen kulinarischen Beitrag in Form von Kuchen und / oder Salaten zum Fest mitbringen. Die Organisation und Abstimmung dazu erfolgt über Peter Kirst. Die Kosten für Essen und Getränke sind natürlich im Teilnehmerbeitrag enthalten.

Bitte gebt Eure Teilnahmebestätigung mit dem zu zahlenden Eigenanteil möglichst zeitnah bei Peter Kirst oder bei Henrik Fritsch ab. Die Zusage erbitten wir spätestens bis zum 30. Juni 2018.

Wir hoffen, dass es allen - wie bisher - Freude machen wird und erwarten gern Eure Anmeldung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand

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